Außen dünn – innen Fett – die Gefahr des viszeralen Fettgewebes!!

Hallo liebe gsundpudeln Community,

nach Eiweiß und Kohlenhydraten widmen wir diese Woche dem Thema Fette.

Denn genauso wie die ersten beiden sind auch Fette wichtige Energielieferanten für einen gesunden Körper.

Man unterscheidet: Gute und schlechte Fette, sowie Transfette – die Ernährungsaspekte beleuchtet Marion Budovinsky am Donnerstag.

Dieser Blog beleuchtet die Fettzellen, die unserem Körper schwammig und unförmig machen. In den folgenden Zeilen liest du viele Daten und Fakten über das Fettgewebe und die Fettzelle. Von jenen, die Sinn machen und von jenen, die brach liegen, weil sie einfach nur angefuttert wurden. Ich kläre über Irrtümer auf und stelle den gefährlichen Speck(viszerales Fett) in den Fokus, der auch dünne und/oder sportliche Menschen betreffen kann. Fett entsteht übrigens nicht nur aus gegessenem Fett, sondern nur dann, wenn der Mensch, egal ob von Eiweiß, Kohlenhydraten oder Fett, mehr Kalorien zuführt, als er braucht.

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Auch dünne, sportliche Menschen können gefährliche, versteckte Fettdepots haben.

DAS WIE VIEL IST ENTSCHEIDEND

Das Fettgewegbe/ Die Fettzelle

Bevor wir uns den Irrtümern rund um das Fett widmen, möchte ich kurz auf die verschiedenen Fettarten im Körper eingehen. Ganz kurz…

Das Fettgewebe ist nichts anderes als eine bestimmte Form des Bindegewebes, welches aus Fettzellen aufgebaut ist. Die Zelle speichert Fett und Wasser, um es im Bedarfsfall abzugeben.  Dabei unterschiedet man weißes, viszerales, beiges und braunes Fett, wobei ersteres am Häufigsten vorkommt. Es können aber auch in normalem Bindegewebe einzelne Fettzellen oder Gruppen im ganzen Körper verteilt, eingelagert werden.

#weißesfett

Das weiße Fett dient als Depotfett (als Speicher für „schlechtere Zeiten“) und ist direkt unter der Unterhaut. Also typisch für Bauch, Po oder Oberschenkel. Der Muskel ist also immer darunter, aber das wird euch sicher schon aufgefallen sein. Das weiße Fett dient  der Isolierung des Körpers, darum ist beispielsweise schlankeren Menschen (mit geringer Muskelmasse noch schneller) schneller kalt. Eine wichtige Funktion des weißen Fettes ist dort wo es als Baufett dient und einen mechanischen Schutz darstellt, wie es an den Fußsohlen, im Kniegelenk, an der Wange, am Popscherl(Gesäß), im Nierenlager, bei den Herzkranzgefäßen und unter dem Augenapfel. Dieses Fett wird erst als letzte Reserve mobilisiert, wenn man beispielsweise stark hungern müsste.

Fakten:

  • Die weißen Fettzellen sind in ihrer Größe die größten Zellen.
  • Menschliches Fett ist ölig und bei Körpertemperatur halbflüssig und Gelb.

#viszeralesfett– zählt zu weißem Fett

Diesen Begriff hört man immer wieder. Es wird weitverbreitet auch als gefährliches Fett bezeichnet. Es ist Bestandteil des weißen Fettes und betrifft vor allem die Region des den Bauchraums, wie eingelagertes Bauchfett und das Fett, das sich um die Organe und um das Verdauungssystem hüllt. Es dient teils dem mechanischen Schutz, aber es ist im Gegensatz zum Unterhautfett nicht direkt tastbar, ist aber an der Bauchvergrößerung maßgeblich beteiligt.

Als Maß für das viszerale Fett dient laut Experten der Bauchumfang. Weicht dieser gewaltig von der Norm (Männer: 94 cm  Frauen: 80 cm ) ab, hat man ein erhöhtes Risiko einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden oder an Diabetes Typ 2 zu erkranken.

Übrigens Experten geben zu bedenken, dass bei der Frau ab einem Umfang von 88 cm und beim Mann ab 102 cm das Risiko stark erhöht ist. Viele andere Erkrankungen (wie beispielsweise Thrombose, Bluthochdruck, aber auch Krebs), treten im Zusammenhang mit dem Viszeralfett auf.

Auch dünne(!!) oder sehr sportliche(!!) Menschen können ausgeprägte, viszerale Fettdepots aufweisen. Dazu noch eine kurze weitere Ausführung in den Irrtümern unterhalb im Text.

#braunesfett

Die Aufgabe des braunen Fett ist die direkte Erzeugung von Wärme(Thermogenese) zuständig. Beim Säugling ist es ausgeprägter zu finden, beim Erwachsenen hat es sich schon weitgehend zurückgebildet. Um die großen Arterien, an den Nieren und unter den Achseln können sich noch Reste finden.

#beigesfett

Erst vor 9 Jahren wurde von Forschern das beige Fett entdeckt. Diese Zellen liegen diffus verteilt im weißen Fettgewebe und ähneln in ihrem Aufbau der braunen Fettzelle. Es wird vermutet, dass diese Zelle durch körperinterne Stimulanz bestimmter Hormone(Irsin) an der Wärmeproduktion des Körpers mitwirkt. Eine externe Aktivierung dieser Zellen könnte einen Fortschritt im Kampf gegen Fettleibigkeit bringen.

So genug Hintergrundwissen. Fakt ist, egal wovon – wer zu viel isst, der füllt seine bestehenden Fettzellen an und vermehrt sie. Wo, das bestimmt der Körper selbst.

„Schnauf!“ – Wie verlieren wir eigentlich das Fett, wenn wir abnehmen?

Wer weniger Kalorien zu sich nimmt oder die Fettverbrennung (ein irreführender Begriff, denn Fettzellen werden weder verbrannt noch umgewandelt) beispielsweise durch Bewegung ankurbelt, verliert im günstigen Fall Fett. Wie? Ein britisches Forscherteam hat herausgefunden, dass es schlichtweg ausgeatmet wird!!

Denn unser Körper verstoffwechselt Fett – die chemische Formel erspare ich euch an dieser Stelle – und herauskommt hauptsächlich Kohlendioxid. Schnauf!! Ein kleinerer Anteil dagegen wird in Wasser umgewandelt und gelangt z.B. über Schweiß, Urin oder Tränen aus dem Körper.

Was aber nicht heißt, dass unnatürliches „Mehr“ – Atmen Fettpolster schmelzen lässt. Denn dies führt laut Medizinern höchstens zu Hyperventilation und damit Schwindel, Herzrasen oder gar Ohnmacht.

Übrigens Fett wird niemals in Muskeln verstoffwechselt. Das ist ein weit verbreiteter Irrglaube…

13 IRRTÜMER zum Thema Fett

Fett verbrennt erst nach 30 Minuten Training. Stimmt nicht. Dein Körper verbrennt vom ersten Schritt an Kohlenhydrate und Fett. Da deine Kohlenhydratspeicher im Laufe des Trainings immer leerer werden, gleicht dein Körper dies durch das Zugreifen auf Fettreserven aus. Nach einer halben Stunde läuft dieser Prozess auf Hochtouren.

Was nicht heißt, dass er da erst beginnt. Trainingsanfängern wird empfohlen im aeroben Beriech zu trainieren und langsam zu steigern. Geübte Sportler verbrennen auch bei hartem Training ab der ersten Minute Fett.

Fett entsteht, wenn man zu viel Fett isst. Nein. Fett entsteht, wenn man mehr isst, als man braucht. Egal wovon man zu viel isst.

Fett wird im Training in Muskeln umgewandelt.Nein. Fett wird ausgeatmet und ein kleiner Teil in Form von Wasser ausgeschwitzt oder anders ausgeschieden.

Wenn ich abnehme, dann nur Fett. Sind die Kohlenhydratspeicher leer, greift der Körper nicht zwingend auf deine Fettreserven zurück. Wer nichts isst und sportelt läuft Gefahr seine Muskelmasse dem Training zu opfern. Je nach Intensität deiner Bewegung holt sich dein Organismus die Energie aus den Muskeln und baut diese damit ab. Welche und wo ist nicht definierbar.

Fett kann man in der Sauna wegschwitzen. Leider nein. Denn zu einem hohen Anteil ist es nur ein Wasserverlust, den man anschließend unbedingt ausgleichen sollte.

Fette gilt es unbedingt zu vermeiden. Bitte nicht. Essentielle Fettsäuren sind lebenswichtig!

Nur dicke Menschen haben viszerales Fett. NO – ganz klar no. Ich kenne Hobbysportler, die fast jeden Tag radeln und eine Megakondition vorweisen, aber eine Fettleber haben. Hungerhacken, die sich Models nennen, die unter ihren Knochen rund um die Organe Fettpolster aufwiesen. Außen dünn, innen fett – so beschreibt der Mediziner Jimmy Bell, die Gefahr der Neuzeit. Denn, dieses „unsichtbare“ Fett ist genauso gefährlich wie der sichtbare Bauchring selbst. Woher kommt dieser, fragt ihr euch jetzt: Diät ohne Bewegung und schlechte Nahrung. Oder viel Bewegung und schlechte Nährstoffe für den Körper. Verlässlich messbar ist dieses Fett durch eine Bio Impedanz Analyse oder eine Magnetresonanztomografie.

Bewusste, gesunde und ausgewogene Ernährung ist der Schlüssel zum Ziel, so die Experten.

Wer langsam läuft verbrennt mehr Fett.Leider nicht. Diese Annahme ist sehr populär. Bei geringem Tempo verbraucht der Körper prozentual zwar mehr Fett als Kohlenhydrate, besser ist es aber, mit höherem Tempo zu trainieren. Denn hier verbraucht der Körper letztendlich mehr Energie. Entscheidend für den Fettverlust ist, dass der tägliche Energieverbrauch auf Dauer höher ist, als die Aufnahme.

Fett verliert man bei Verzicht auf Kohlenhydrate. Nein, stimmt so nicht. Es ist immer die Gesamtanzahl der Kalorien ausschlaggebend für dein Gewicht bzw. deinen Fettanteil. Auch durch ein Zuviel an Eiweiß kann man zunehmen und das nicht nur in Muskelmasse, den auch das wird in letzter Instanz in Fett umgewandelt.

Fürs Abnehmen brauche ich keine Muskeln. Das könnte so sein, aber: Wer es richitg machen will, der setzt auf Muskelmasse. Denn je mehr Muskeln, desto höher die Fettverbrennung. Weil die Aufrechterhaltung des Muskeltonus auch im Ruhezustand Energie kostet. Damit steigt der benötigte Grundumsatz und die Fettverbrennung ist im Dauereinsatz.

Je weniger Fett ich esse, desto schneller werde ich schlank. Du nimmst vielleicht ab, aber du verlierst leider auch essentielle Muskelmasse.

Wenn man abnimmt verliert man die Fettzellen. Nein, so ist es nicht. Denn die Fettzelle bleibt im Normalfall erhalten. Lediglich das Volumen wird kleiner, weil ein Teil des Inhaltes für erneute Energiegewinnung herangezogen wurde. Das Fettgewebe reduziert auch ihr Volumen, aber es bleibt so bestehen. Und diese werden bei neuerlichem Überangebot(zuvielen Kalorien) einfach wieder aufgefüllt. Bei viel zu vielen Kalorien vermehren ich die Fettzellen. Die ständige Zellteilung sorgt zwar für die Erneuerung der Zellen, nicht aber für ihr endgültiges Verschwinden. Experten berichten neuerdings darüber, dass sich bei Menschen die extrem langsam (zwischen 6 – 10 Jahre) und viel Gewicht reduzieren auch die Anzahl der Zellen verringert. Leider ist dieser Vorgang noch zu wenig erforscht.

Mein Erfahrungsbericht zum Abschluss:

Gewicht weniger – Fett nicht

Ich war zu diesem Zeitpunkt eifrig am Trainieren. Wollte Fett abbauen und Muskeln aufbauen. Ich achtete sehr auf meine Ernährung. Ich ernährte mich zu diesem Zeitpunkt „Low Carb.“

In diesem speziellen Training gibt es ein tolles Gerät, dass alles Mögliche misst, über die Fußsohle und die Handfläche. Damit hat man einen tollen Vergleichswert.

Jedenfalls tat sich in den ersten Wochen so einiges. Ich war positiv überrascht. Bis zur dritten Messung. Zuerst freute ich mich über die Zahl auf der Waage, nicht aber über das Ergebnis, als das verlorene Gewicht definiert wurde.  Denn das einzige, das ich verloren hatte war, laut Gerät: Muskelmasse. Der Schock stand mir ins Gesicht geschrieben. Alle jene, die Muskeltraining machen, wissen, wie anstrengend es ist, diese aufzubauen.

Fazit: Wer zu wenig isst und zu schnell abnehmen will und Muskeln auf bauen muss geduldig sein. Sonst ist alles für die Katz´. Miauuuu 😉

Fix ist: ich habe daraus gelernt. Fett verliert man eben nur mit Geduld, wenn man Muskeln erhalten oder gleichzeitig aufbauen will. Und genauso wie zu viel Essen ungesund ist, ist auf Dauer auch zu wenig essen ungesund. Aber das ist ein anderes Thema.

Wie seht ihr das Thema Fett? Wo sind deine Fettpolster? Isst du genug, zu viel oder zu wenig? Ist es dir wichtiger dünn zu sein als gesund? Freue mich über dein Feedback hier im Blog oder in den Posts zum Thema auf Instagram oder Facebook.

Von mir gibts wieder einen dicken, fetten 😉 Schmatzumarmer unter dem Motto: Sei lieb zu dir! Und verwöhn dich mit einer mächtigen Portion Ausgewogenheit, deine Conny Dürnberger.