Hilfe! Mein Kind kann nicht einschlafen

Kinder und Einschlafprobleme

Meine Tochter Laura ist 8. Seit sie in die Schule geht, liegt sie oft bis zu 1 1/2 Stunden wach im Bett und kann nicht einschlafen. Ihr Körper ist müde, aber ihr Geist ist hellwach. Und doch muss sie gähnen und ihre Augenlider werden schwer. Doch immer wieder ruft sie nach mir: “Mama, ich kann nicht schlafen!”

Nicht schlafen können ist auch mal ganz normal.

Keine Panik. Schlafforscher schätzen: Etwa jedes dritte Kind leidet im Laufe seiner Entwicklung an Schlafstörungen. In manchen Entwicklungsphasen sind Schlafprobleme typisch und damit ganz normal. Bei Schulkindern kann der Auslöser von schlafraubendem Stress und emotionalen Problemen nicht selten in der Schule liegen. Die Kinder fühlen sich überfordert und empfinden die Schule als belastend oder gar beängstigend. Vielleicht will sich das Kind vor dem Einschlafen noch etwas von der Seele reden. Oder es gibt ein Problem, das es alleine noch nicht lösen kann. Frag dein Kind was es beschäftigt. Findet gemeinsam einen Weg auf der verbalen Lösungsebene.

#prowdtobesensibelchen

Es kann aber auch sein, dass es sich um ein sensibles (bis hochsensibles) Kind handelt. Durch die Art der Verarbeitung von Sinneseindrücken nehmen sensible Kinder ihre Umwelt intensiv, nuancenreich und umfangreich wahr. Sie hören, sehen, riechen, schmecken, fühlen schon etwas, wenn für die meisten anderen die Wahrnehmungsschwelle noch gar nicht überschritten ist oder sie der schwachen Wahrnehmung noch keine Beachtung schenken.
Dies kann unter Umständen zu einer Reizüberflutung führen. Viele Kinder reagieren instinktiv mit Rückzug oder genau gegenteilig, nämlich sehr extrovertiert und ausgelassen. Man könnte fast meinen, sie seien in diesen Phasen hyperaktiv. Sollten die Kinder diesem natürlichen Umgang mit ihrer Veranlagung nicht nachgehen, kann es zu Erscheinungen, wie übermäßige Angespanntheit, auffällige Mattigkeit, Überdrehtheit oder eben Ein- bzw. Durchschlafstörungen kommen.

Ausreichend Schlaf ist entscheidend

Wenn der Schlaf fehlt, hat das fatale Folgen für das Kind. Je weniger Schlaf, des höher ist der Bedarf an Tiefschlaf. Die Schlafqualität ist mitverantwortlich, dass sich neuronale Verbindungen im Gehirn optimal entwickeln.
Tagsüber führt Schlafmangel zu Müdigkeit (klar), Unkonzentriertheit, verstärktem Wutverhalten oder anderen Auffälligkeiten. Das Immunsystem ist geschwächt und das Kind wird schneller krank. Darum müssen wir als Eltern dafür sorgen, dass das eigene Kind zu ausreichend Schlaf kommt. Auch wenn dies auf Gegenwehr stößt, wie in unserem Fall.

Kinder lieben Rituale

Rituale geben Sicherheit und Geborgenheit. Um dem Kind auf Schlafen vorzubereiten empfehlen Experten:

  • Medienkonsum – eine Stunde vor dem Schlafengehen sollen keine Serien, Filme, Sendungen oder Spieleapps mehr konsumiert werden sollen.
  • Ernährung: leicht verdauliches Abendessen erleichtert das Einschlafen.
  • Abend- bzw. Einschlafrituale: Kinder lieben Rituale. Diese sollten sie beruhigen und auf die Nacht vorbereiten. Bei uns ist es immer so: wir baden, duschen oder waschen uns, dann wird gelesen oder vorgelesen, dann erzählen wir uns unsere Dankbarkeits- und/oder Erfolgsmomente. Und dann steht noch kuscheln am Programm!

Wenn das Einschlafen oder Durchschlafproblem länger als zwei Monaten andauert, dann darf ich dir für dein Kind folgende Übung zur Verfügung stellen.

DAS HILFT – DEIN GESCHENK 

Im Zuge meiner Ausbildung zur dipl. Mentaltrainerin bin ich auf einige geniale “Werkzeuge” für Kinder gestossen. Ich konnte viele an meinen Kindern und an den Kindern von meinen Freundinnen testen und so haben wir einzigartige Tools für die Kleinen entwickelt. Top Favorit fürs Einschlafen ist die Muskelrelaxation nach Jacobson.
Seit wir, und in weiterer Folge Laura alleine diese Übung macht, hat sich das Einschlafen- und Durchschlafverhalten so zum positiven verändert, dass auch ich ab 20 Uhr noch was von meinem Abend habe 😉

Du findest die Übung hier im Blog:

oder auf iTunes und Spotify.
HIER kannst du dir die Übung downloaden.

Mache diese Übung regelmäßig mit deinem Kind, entweder am späteren Nachmittag oder kurz vor dem Einschlafen. Nach einigen Malen gemeinsam, kann dein Kind auch gerne alleine entspannen. Mache ein Spiel daraus und richte dich nach dem Bauchgefühl deines Kindes. Verlangt es danach, dann macht die Übung. Wenn nicht, dann lass es. Bitte alles mit Feingefühl und Lockerheit angehen.

Wenn du Fragen hast, kannst du mich gerne HIER kontaktieren.

Viel Freude damit, deine Gsundpudlerin Conny Dürnberger