KOHLENHYDRATE: Energiespender oder Dickmacher?

Kohlenhydrate – gut oder böse?

„Nein, danke, kein Brot – ich esse zurzeit keine Kohlenhydrate“! Ein Satz, den ich mittlerweile fast täglich höre.

Auf meine Frage, wie es ihnen denn so ganz OHNE Kohlenhydrate geht, kommt dann immer: „Ma, voll super – ich habe schon einiges abgenommen und mir geht´s sooo gut.“

Tja, die ersten Wochen vielleicht – aber was dann?

Denn eines ist fix: Kohlenhydrate sind richtige und wichtige Energiespender.

Über die Angst, welche viele vor diesen Energielieferanten haben, hat bereits Conny Dürnberger in ihrem Blog geschrieben. (LINK)

Was sind denn Kohlenhydrate eigentlich?

So, wieder mal ein kurzer Ausflug in die Chemie (wirklich nur GANZ kurz – versprochen):

Kohlenhydrate sind Verbindungen aus Kohlenstoff und Elementen des Wassers. Aus Kohlenhydraten kann der Körper Fette und bestimmte Eiweißstoffe bilden. Umgekehrt kann er auch aus Abbauprodukten des Eiweiß- und Fettstoffwechsels Kohlenhydrate bilden.

Kohlenhydrate, auch Saccharide genannt, werden eingeteilt in:

  • Monosaccharide – Einfachzucker (Traubenzucker, Fruchtzucker)
  • Disaccharide – Zweifachzucker (Haushaltszucker, Milchzucker)
  • Oligosaccharide – oligo=einige
  • Polysaccharide – Vielfachzucker (Stärke, Ballaststoffe)

Raucht der Kopf schon? Dann esst gleich ein paar Kohlenhydrate 😊

Nun gut – was ist jetzt so wichtig und toll an diesen Sacchariden bzw. Kohlenhydraten?

Stell dir vor, du isst jetzt ein Stück Brot:

Zuerst kaust du das Brot in deinem Mund, das zerkaute Brot verbindet sich mit deinem Speichel und HIER beginnt schon der Verdauungsvorgang. Da ja nicht das Brot als ganzes Stück Brot in deinen Blutkreislauf kommen kann, sondern die einzelnen Bestandteile, muss das Brot in seine Grundbausteine zerlegt werden. Und dies passiert durch den Verdauungsvorgang – dabei helfen die Enzyme. Denn Enzyme haben die Fähigkeit Stoffe in andere Stoffe umzuwandeln und große Moleküle aufzuspalten.

Versprochen, bin gleich fertig mit dem ganzen Chemie-Zeugs.

Jetzt ist das Brot durch den ganzen Verdauungstrakt gewandert und immer wieder durch Enzyme in kleinere Bestandteile zerlegt worden. Ganz einfach gesagt, um nicht vollkommene Verwirrung zu erzeugen: durch den ganzen Verdauungsvorgang wird das, was am Ende übriggeblieben ist, entweder zur Energiegewinnung genommen oder zur Speicherung, oder zur Bildung von körpereigenen Stoffen.

Das großartige bei Kohlenhydraten ist, dass die Bereitstellung von Energie viel schneller passiert als bei Fetten.

Deshalb frage ich mich, wie kann man behaupten, OHNE oder mit WENIG Kohlenhydraten leben zu können? Vor allem Sportler, die ja von Haus aus einen höheren Energiebedarf haben…..

Ich persönlich habe immer einen sehr ausgefüllten Tag, wenn ich da nur Eiweiß essen tät, würde ich am Ende des Tages umkippen. I NEED ENERGY!!!!!!

Was hat es dann mit den bösen Kohlenhydraten auf sich?

Tatsächlich ist es so, dass Kohlenhydrat nicht gleich Kohlenhydrat ist. Denn auch der heimtückische Zucker zählt zu den Kohlenhydraten. Das Problem ist, je mehr zuckerhältige Kohlenhydrate ich mir zuführe (z.B. Semmerl, weiße Nudeln, Schokolade,…), desto schneller steigt mein Blutzuckerspiegel an. Hier habe ich natürlich kurzfristig einen Energie Booster. Aber genauso schnell wie der Booster gekommen ist, so schnell ist er auch wieder weg. Und ich falle in das berühmte Leistungstief.

Weiters ist es auch so, dass, wenn ich zu viel Zucker bzw. zuckerhaltige Lebensmittel esse, ich mehr Körperfett aufbaue. Denn die Leber und der Muskel können nur einen gewissen Anteil der Zuckerreserven speichern, der Rest wird definitiv in Körperfett umgewandelt. Viele Zivilisationskrankheiten werden natürlich auf den Konsum von zu viel “bösen” KH zurückgeführt.

Na, also – stimmt´s ja – Kohlenhydrate sind schlecht, oder? N E I N!!!!

Was sind dann gute Kohlenhydrate?

Obwohl die Wirkung dieser bösen Kohlenhydrate wirklich fatal sein kann, sind die GUTEN Kohlenhydrate sehr, sehr wichtig für uns.

Unser Körper braucht genügend gute Kohlenhydrate, weil wir ja ständig Energie verbrauchen.

Hier mal eine kleine Liste guter Kohlenhydrate:

  • Vollkorngetreide
  • Quinoa
  • brauner Reis
  • Buchweizen
  • Braunhirse
  • Amaranth
  • Haferflocken
  • Nüsse
  • Obst
  • Gemüse
  • Kartoffeln
  • Süßkartoffeln
  • Kürbis
  • Hülsenfrüchte

Diese Lebensmittel stecken nicht nur voller Energie, sie sind auch ganz großartige Ballaststoffe.

Ballaststoffe sind wichtig für unseren Körper – sie fördern die Verdauung, belasten die Bauchspeicheldrüse nicht und somit hält sich auch der Blutzuckerspiegel lange stabil.

Weiters ist es auch wichtig zu wissen, dass in diesen Lebensmitteln nicht NUR Kohlenhydrate stecken, sie enthalten genauso Eiweiß – Quinoa zum Beispiel ist eine tolle Eiweißquelle, enthält aber auch einen großen Anteil an Kohlenhydraten.

Kann man von diesen guten Kohlenhydraten zunehmen?

Ja, natürlich.

Auch gute Kohlenhydrate können zu Übergewicht führen. Aber das ist doch klar, denn es ist wie bei allem – wenn ich mehr esse, als der Körper täglich verbraucht, dann nehme ich zu. Es kommt wie immer auf die Menge an.

Wieviele KH soll ich täglich essen?

Der tägliche Speiseplan soll mindestens 50% -55% Kohlenhydrate beinhalten. Der Rest soll max. 30% Fett und 15% Eiweiß ausmachen.

Meine persönliche Meinung ist, dass man sich nicht zu viel Gedanken über irgendwelche Diäten oder Nährstoffrelationen machen soll. Wichtiger wäre es, der Energiezufuhr und der Qualität der Ernährung mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Egal, ob gutes oder schlechtes KH, egal, ob Low Carb oder Ketogen, egal, ob Vegan oder Omnivor – wir leben einfach im Überfluss und genau dieser Überfluss landet auch in unserem Körper. Sich selbst wieder spüren lernen – was tut mir gut, wann ist es genug – das wäre der Punkt, wo wir ansetzen müssen.

Deshalb meine Lieben, bringt mehr Abwechslung auf eure Teller – je bunter desto besser. Bringt gute Laune auf euren Teller, habt Spaß am Essen und SPÜRT wir gut gesunde Ernährung tut.

Denn wie sage ich so gern:

Reichtum ist viel,

Zufriedenheit ist mehr,

aber die Gesundheit ist alles.

Eure Marion Budovinsky 🌱

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