Sri Lanka Horror und Dankbarkeit

SRI LANKA HORROR und Dankbarkeit

Als ich noch in der Medienbranche tätig war, gehörte es zu meinem täglichen Brot die Zeitungen von vorne bis hinten zu studieren. Es ging ja immer nur um eines: Es ging um die beste Story.

Irgendwie stumpften alle um mich herum gegenüber den Schreckensmeldungen ab. Ich war zu emphatisch, zu mitfühlend und recht sensibel. Ich fragte mich, ob mit mir was nicht stimmt. Denn mir gingen sämtliche Meldungen immer mehr unter die Haut, als den anderen. Und dann kam auch noch dazu, dass man Einzelschicksale recherchieren musste, um eine Story abliefern zu können.

Boulevardberichterstattung machte ich, klar – aber diese oberflächlichen Quatsch hält ja kein Mensch ein Leben lang aus. Als ich meine Hochsensibilität anerkannte, schloss ich die Tür zur Medienwelt.

#ademedienwelt

Privat reduzierte ich meinen Medienkonsum auf ein Minimum. Wenn ich heute TV schaue, dann nur ausgewähltes, sinnenhaftes Filmmaterial und wenn ich Zeitung lese, dann behutsam.

Das entscheidende Weltgeschehen bekommt man ohnehin mit, und ich will ja auch kein Realitätsverweigerer sein.

#hermitdempapier

So geschah, dass mir erst kürzlich wieder mal eine Zeitung in die Finger geriet und ich dachte: Ich lese mal Zeitung wie früher. In der Spannung, was es mit mir macht. Ob sich durch das viele Arbeiten mit dem Mindset was getan hat. UN dich kann an dieser Stelle so viel verraten. Die Persönlichkeit ändert sich dadurch nicht. Ich bin wer ich bin, aber der Blickwinkel änderte sich und die Erkenntnis, dass es einen Grund hatte, warum ich zu diesem Zeitpunkt auf diese grauenhaften Geschichte gestossen bin.

#SRILANKAHORROR

Bereits beim zweiten Artikel, im Politikteil, blieb ich hängen. Ich konnte meinen Augen nicht trauen. Ich hoffte zu träumen und gleich aufzuwachen. Ich war zu Tränen gerührt und tief bestürzt.
Ich las eine Berichterstattung über Sri Lanka mit seinen grauenvollen Einzelschicksalen, perfekt recherchiert und so echt. Der blanke Horror.

#esgibtkeinezufälle

Ich bin davon überzeugt, dass es keinen Zufall gibt.

So machte ich mir nach unserem erfolgreichen Online Programm „40 Tage gsundpudeln“ Gedanken zum wunderschönen Feedback der Teilnehmer.
Viele haben erkannt, dass alles im Kopf beginnt. Die Teilnehmer hatten zudem die Aufgabe sich jeden Tag mit der Dankbarkeit und dem Erfolg zu beschäftigen. Die Momente sollten täglich eruiert, notiert und noch einmal gespürt werden.
Besonders Dankbarkeitsmomente waren für einige nicht einfach herauszufinden und es wurde uns berichtetet, dass Dankbarkeit nicht immer spürbar wäre. Wie gibt es da nur, fragte ich mich also die ganze Zeit.

Und dann bekam ich diese grauenhafte Story für all jene, die sich mit Dankbarkeit schwer tun.

Mitten im noblen Teil von Sri Lanka, wo man sicherheitstechnisch sowas nicht für möglich halten würde, geschieht ein Blutbad.
Eine 6 köpfige betuchte Familie aus Dänemark macht Urlaub im Nobelressort. An diesem schicksalhaften Tag werden drei ihrer vier Kinder beim Frühstücksbuffet in die Luft gesprengt. Mir stockte der Atmen. Ich war unter Schock. Zum gelesenen Text entsprang sofort der Film. Die Idylle vor dem Attentat. Die Ruhe. Die Urlaubsstimmung. Die Familie am Tisch, die Eltern, die am Tisch ihren Kaffee genossen, die über ihr Leben philosophierten. Die anderen Menschen in Urlaubsstimmung, die so friedlich frühstückten. Ich sehe die Kinder, lachen, toben und zum Buffet laufend, um ihre hungrigen Mägen zu füllen. Und dann kommt aus dem Nichts der Attentäter, der sich mitten am Buffet in die Luft sprengt. Mein Film reisst. Ich bin bestürzt. Es ist einfach fruchtbar. FURCHTBAR.

DER BLANKE HORROR. UNFASSBAR. TIEFE BESTÜRZUNG

#nomorewords

D A N K B A R K E I T

Unfassbar.

Wenn du zu den Menschen gehörst, die keine Dankbarkeit für das empfinden, was sie haben bitte ich dich an dieser Stelle einige Minuten in das Schicksal der Familie einzutauchen, die nun ohne ihre 3 Kinder irgendwie weiterleben oder es zumindest versuchen. Schließe dazu deine Augen.

Kehre anschließend wieder in deine eigene Realität zurück.

Besinne dich nun auf dein Leben. Auf deine Familie. Auf dein Hab und Gut. Zurück im Hier und Jetzt wirst du genau das spüren, das man Dankbarkeit nennt. Wenn du dich gut spürst, kann es auch sein, dass du weinst. Lass das ruhig zu. Und besinne dich auf die Fülle in deinem Leben.

Derartige Schockerlebnisse sind brutal. Wie alles – hat auch das zwei Seiten, so brutal es klingt. Dass es kann uns die Augen öffnen. Derartige Ereignisse helfen uns wieder begreifen, wie gut es uns geht.
Übrigens Szenarien dieser Art werden auch therapeutisch eingesetzt, wo es sich zwar nicht um reale Schicksalsbegebenheiten dreht, sondern mit der Vorstellung gearbeitet wird, wie zum Beispiel, dass man nur noch einen Tag zu leben hat oder bereits seinen 90. Geburtstag feiert.

Sei dankbar für ALLES was du hast.
Sei dankbar für alles, was du lernen darfst. Sei bereit daran zu wachsen.
Sei dankbar für deine Familie. Sei dankbar für dich.

Deine Gsundpudlerin Conny Dürnberger