Was Kinder von ihren Eltern wirklich brauchen.

HILFE, 9 Wochen Ferien!

Ferienzeit. Kinder – Intensiv Zeit. Des einen Freud – des anderen Leid. Bei mir ist es überwiegend Freude. Ich habe das Privileg viel Zeit mit meinen beiden Mädels verbringen zu können. 

Dieses Mal plaudere ich ein wenig aus meinem Nähkästchen. Bereit?

Na, dann los.
Nun bin ich, Conny Dürnberger seit neun Jahren Mutter – Ich bin, genauso wie viele andere, ins kalte Wasser geschmissen worden. Wer weiß schon, wie man Kinder erzieht. Ich habe anfangs meine Erfahrungen (die meisten nennen es auch Fehler) gemacht, bin der Aufopferunsgrolle entkommen und habe gerade noch so die Kurve gekratzt, um aus meiner ersten Tochter nicht eine verwöhnte, freche “mir gehört sowieso die ganze Welt” – Prinzessin  werden zu lassen. 

Ich mache wie vor meine Erfahrungen, aber ich habe nicht nur viel gelernt, sondern auch vieles probiert und erfolgreich umgesetzt. Diesen Erfahrungsschatz möchte ich heute mit euch teilen. 

Was ich erreichen wollte, ist Beziehung mit meinen Kindern zu leben. Sie sollen mir vertrauen und mir alles anvertrauen. Sie sollen gerne mit mir zusammen sein und mir auch alles erzählen. 

Und so funktioniert es bei uns:

Conny vor einigen Jahren: Wie war es heute im Kiga? Schön. und aus. Nichts kam mehr. 

Conny heute: Ich habe euch im Garten gesehen, was habt ihr denn bei den Stauden gemacht? (Ich hab sie nicht wirklich gesehen, aber ich weiß, dass sie gerne Ribisel naschen). Oh Mama, da haben wir die Ribisel gebrockt. Ich heb sogar eine grünliche gekostet, aber die habe ich gleich ausgespuckt…ein Gespräch entsteht.

Ich stelle ich die richtigen Fragen, bin geduldig und warte die richtigen Momente ab. Ich liebe es, wenn mir meine Kinder ihr Innersten anvertrauen. Ich habe ihnen gelernt, dass man sich spüren darf, dass man Gefühle leben darf und wie man sie ausdrücken kann (und wie es nicht immer geht – das  ist nach wie vor noch Prozessarbeit).

ERZIEHUNG

Ich bin recht autoritär erzogen und aufgewachsen. Nicht zurückreden, brav sein und folgen. „Indianer kennt keinen Schmerz“, „Führ dich nicht so auf“ oder „Mah, du Zimperliese“ bekam ich zu hören – Gefühle hatten keinen Platz.
Schon als ich noch klein war, habe ich mir geschworen, dass ich als Elternteil anders sein möchte.

Viele Jahre später wurde ich Mutter.

BEZIEHUNG

Wir leben Beziehung. Bei uns gibt es Haushaltsregeln und klare Grenzen. Diese gelten aber für alle. Unsere Kinder sind ebenbürtige Menschen. Geliebte kleine und vollwertige Menschen. Und ja, sie bringen mich oft an meine Grenzen, aber mit Übung habe ich es geschafft, meine Reaktion nicht in Schreitiraden zu artikulieren. Selbst wenn meine beiden streiten, begebe ich mich bewusst in meine Mitte und lasse die beiden aneinander reiben. Schimpfwörter oder Handgreiflichkeiten werden von mir unterbunden. Aber ohne Geschrei. Ich schlüpfe gedanklich in die Rolle des neutralen, beobachtenden Schlichters und bleibe ganz bei mir. Ich schwöre, es klappt. 

GEFÜHLE

Gefühle sind unsere Diener, genauso wie unsere Gedanken. Gedanken erzeugen Gefühle und die wollen gefühlt werden. Wenn auch nicht hysterisch ausgelebt. Aber wahrgenommen und ernst genommen. Das haben ja viel Erwachsene verlernt.

Ich genieße die vertrauensvollen Gespräche zwischen meinen Kindern und mir. Über ihre Visionen, über ihre Träume. Wir reden über ihre Ängste und über all ihre anderen Gefühle, wie Neid oder Eifersucht, die sie auch manchmal aus heiterem Himmel übermannen.
Erst kürzlich rief mich meine Jüngste: Mama, ein Notfall. Meine Ältere saß unter Tränen in ihrem Zimmer. „Mama, ich weiß nicht was los ist, aber ich will meine Puppen nicht mehr.“

Dem folgten Gespräche übers wachsen, über die Veränderungen, die sich schön langsam einstellen. Jeden Tag aufs Neue. Ich bin da und nehme mir die Zeit für all ihre Fragen. Obwohl bei diesem Gespräch auch meine Tränen mitkullerten. Ich artikuliere mich und erkläre warum. Ich verstecke meine Gefühle nicht. Ich heule ja auch nicht hysterisch, aber man sieht, dass es mich berührt. Und das ist kein Grund zum Schämen und kein Akt der Schwäche. 

So erkennt man immer besser die Bedürfnisse seiner Kinder und kann diese stillen.

Die Basis dafür ist die eigene Gelassenheit, eine starke Mitte und Selbstliebe. Ein Glucken – Dasein oder eine Aufopferungsrolle hat damit nichts zu tun. Du musst als Mutter bei dir sein. Du musst wissen, wer du bist, was du willst  und welche Träume du hast. Die Kinder sollen nicht dein nicht gelebtes Leben leben. Sondern ihr eigenes. Und du lebst deine eigenen Sehnsüchte. 

WAS SICH KINDER VON IHREN ELTERN WÜNSCHEN
DIE TOP 10 LISTE:

LIEBE:

Bedingungslos – ja sie ist da, davon geh ich bei jedem von euch aus. Aber für Kinder ist das nicht immer selbstverständlich. Daher muss sie immer wieder zum Ausdruck gebracht werden. Verbal oder auf eine andere spürbare Art und Weise. Kuscheln, busseln und knuddeln und „Ich hab dich soooo lieb“ gehören zum Tages(!!)programm.

GEDULD:

Alles braucht seine Zeit. Und jeder hat sein eigenes Tempo. Frustration ist der Gegenspieler und den kann man mit viel Liebe und Geduld umgehen.

VERSTÄNDNIS:

Kinder sind Kinder – zu oft wird zu viel von ihnen verlangt. Am besten ist, wenn man sie altersgerecht behandelt. Sie sollen so jung sein, wie sie eben sind, mit allem was dazu gehört. Wir müssen für jede Entwicklungsphase Verständnis zeigen.  

ZUHÖREN:

Zeit nehmen und zuhören, wenn das Kind Bedarf zeigt. Auch wenn es nicht immer sofort geht, sollte man sich in unmittelbarer Zukunft das Anhören, was dem Kind am Herzen liegt.

RUHIGER TONFALL

Auch wenn man es noch so wenig nachvollziehen kann, was gerade im Kinderkopf vorgeht oder der eigene Stress gerade den Kopf zermürbt, bitte das Kind nicht anschnauzen. Tief durchatmen und ruhig antworten oder das Gespräch zur Not auf einen späteren Zeitpunkt verlegen (und beispielsweise den Raum vorm Ausrasten verlassen).

STRUKTUR

Kinder lieben Rituale, Grenzen und gewohnte Abläufe. Der Großteil unseres Lebens ist  unvorhersehbar. Kinder brauchen ein zuverlässiges Rahmenwerk. Dieses können wir vorgeben und schaffen, denn es gibt unseren Kindern das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit.

BESTÄNDIGKEIT

Unsere Verhaltensweisen sollen von Beständigkeit geprägt sein. Wir sind ihr Anker in dieser Welt. Es muss sich darauf verlassen können, dass sich beispielsweise nicht Weiß über Nacht in Schwarz verwandelt. Unsere Beständigkeit fördert das Vertrauen unserer Kinder.

FREIHEIT

Ein wichtiges, aber komplexes Thema. Denn um eigenständig zu werden, brauchen unsere Kinder ein gewisses Maß an Freiheit. Diese, je nach Wachstumsprozess an Verantwortung gekoppelt, fördert ein harmonisches Familienleben. Unsere Kinder lernen dabei Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen.

BEZUGSPERSON

Soviel wir uns ihnen auch zuwenden, alles an Aufmerksamkeitsverlangen können wir nicht immer abdecken. Hier wäre es schön, wenn unsere Kinder eine Person im Familien-, Freundes- oder Bekanntenkreis hat, welcher sie sich anvertrauen können.

VORBILD
Kinder lernen auch durch Worte aber vielmehr durch Taten. Was wir wollen, müssen wir auch vorleben.

Kinder kann man in ihrer Entwicklung prächtig unterstützen. Auch das mentale Training findet hier seinen Einsatz. Ich habe mein Wissen vertieft und eine Ausbildung absolviert. Seither arbeite ich mit Erwachsenen und Kindern in den Bereichen, die das mentale Training abdeckt.
Bei Kindern sind das folgende Bereiche:

Mobbing, Schulängste, kindliche Bauch- der Kopfschmerzen, Schlafprobleme, Aggression oder Wutanfälle, gezielte Potentialentfaltung, Konzentrationsschwierigkeiten, berufliche Entscheidungsfindung bei Jugendlichen  – in all diesen Bereichen können wir unsere Kinder liebevoll begleiten. Nicht immer muss man sofort Unterstützung aufsuchen. Man kann auch selber viel machen.
Ist ein Thema länger als 2 Monate präsent und verschlechtert er sich zudem, ist professionelle Unterstützung unumgänglich, dem Kindeswohl zuliebe.